Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Deutschland eine Reihe politischer Bewegungen erlebt. Wir stellen die wichtigsten unter ihnen vor.

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Der Volksaufstand vom 17. Juni war die erste bedeutende Massendemonstration in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Für bessere Lebensumstände, mehr Freiheit und die deutsche Einheit demonstrierten unzählige Menschen in der DDR. Bei der Niederschlagung der Demonstrationen wurde die SED-Führung von der Sowjetunion durch die Entsendung von Truppen nach Ost-Berlin unterstützt. Es gab 50 Tote und Hunderte weitere Verletzte. Vor der Wiedervereinigung war der 17. Juni ein nationaler Feiertag, bekannt als „Tag der Deutschen Einheit“.

Rebellion

Die Proteste der Studenten

Die Studentenrevolution der 1960er Jahre war die erste bedeutende Widerstandsbewegung des Landes. Sie konzentrierte sich hauptsächlich auf den Protest gegen den Vietnamkrieg und entwickelte sich gleichzeitig mit Studentenbewegungen in den USA und Westeuropa. Deutsche Demonstranten waren ebenso vehement gegen den Umgang Deutschlands mit seinem Nazi-Erbe. Die Nachkriegszeit drängte auf eine konsequente Aufarbeitung der deutschen Geschichte und gesellschaftlichen Wandel. 1968 erreichten die Demonstrationen ihren Höhepunkt. Die neue Frauenrechtsbewegung und die Anti-Atom-Kampagne waren beides Produkte der Revolution von 1968.

Die nuklearen Verbotskampagnen

Angesichts der Begeisterung, die das Atomzeitalter prägte, hatte die Anti-Atom-Kampagne bereits in den 1970er Jahren begonnen und schien damals auf verlorenem Posten zu stehen. Die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima in den Jahren 1986 bzw. 2011 verliehen den Anti-Atom-Kundgebungen neues Leben. Und in Deutschland hat die Kampagne ihr Ziel bereits erreicht: 2011 beschloss die Bundesregierung, die Energiewende voranzutreiben und aus der Atomkraft auszusteigen. 2022 wird das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet.

Die Proteste am Montag

Seit dem 4. September 1989 demonstrieren Zehntausende Ostdeutsche jeden Montag auf den Bürgersteigen für einen friedlichen und stabilen Systemwechsel in ihrem Land. Die Montagsproteste, die im Herbst 1989 in Leipzig begonnen hatten, weiteten sich schnell auf mehrere andere Städte der DDR aus. Die Demonstranten forderten ein Ende der SED-Führung und das Recht, mit “Wir sind das Volk” in den Westen zu fahren. Die Zivilstärke und der Mut der gewaltlosen Demonstranten führten am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer und am 3. Oktober 1990 zur Vereinigung Deutschlands.

Zukünftige Freitage

Zukünftige Freitage

Seit 2018 protestieren Studenten für eine umfassendere Emissionsminderung. Am 7. Dezember 2018 streikten erstmals Studenten in der deutschen Kleinstadt Bad Segeberg. Seitdem demonstrieren Tausende und Abertausende jeden Freitag in Berlin und an mehreren anderen Orten und fordern den Umweltschutz und das Wetter. Inzwischen haben sich auch immer mehr Erwachsene den Fridays-for-Future-Demonstrationen angeschlossen.

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